Dana von Suffrin: Toxibaby, KiWi
Herzchen liebt Toxibaby und Toxibaby liebt Herzchen, die zwei ziehen sofort zusammen und adoptieren einen Hund – und trotzdem funktioniert überhaupt nichts. Herzchen ist die gefeierte Millennial-Schriftstellerin, die alles hat, noch mehr will, und doch unglücklich ist, Toxibaby ist Anfang vierzig und meint, die Last der gesamten Welt auf seinen Schultern zu tragen. Doch für Herzchen ist er der Mann, der ihr alles bedeutet und der ihr alles …
Peggy Mädler: Selbstregulierung des Herzens, Galiani
Ein Roman über das Ringen um Nähe, um Liebe, Loyalität und Freundschaft im Schatten staatlicher Kontrolle. Ein bestechendes Porträt von der Kraft und Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen, dem Enthusiasmus des Neuanfangs und dem Verlust von Illusionen. »Selbstregulierung des Herzens« entfaltet ein vielfältiges Panorama des Lebens in der DDR und im frisch wieder vereinigten Deutschland. Im Zentrum stehen Georg, der anfangs noch hofft, seinen …
Maxine Hong Kingston: Die Schwertkämpferin, Matthes & Seitz
Maxine Hong Kingston wächst in zwei scheinbar unvereinbaren Welten auf: im individualistischen Kalifornien der 1940er-Jahre, wohin ihre Eltern migrierten, und in dem in den Geschichten ihrer Mutter, Tapfere Orchidee, heraufbeschworenen China – einem Land voller Geisterglauben und Schrecken, Tradition und Zusammenhalt, das im harschen Widerspruch zur misogynen Wirklichkeit von starken, findigen Frauen bevölkert wird. Mit der Aufgabe betraut, jene …
Kiran Desai: Die Einsamkeit von Sonia und Sunny, S. Fischer
Sonia studiert Literatur in den verschneiten Bergen Vermonts, Sunny arbeitet als Journalist in New York und träumt von einer großen Zukunft. Als sie sich in ihrer indischen Heimat zum ersten Mal begegnen, sprühen die Funken – bis sie feststellen, dass ihre Großeltern einst eine Heirat für sie arrangieren wollten. Im Strudel ihrer chaotischen Familien, zwischen Tradition und Moderne, gehen sie sich verloren – und geben doch, auch Jahre später, …
Leye Adenle: Schatten der Schuld, InterKontinental
Leye Adenles fulminante Thriller-Trilogie blickt aus verschiedenen Winkeln auf eine Welt der Extreme, immer im pulsierenden Rythmus der westafrikanischen Megacity Lagos. Tote Pastoren. Korrupte Beamte. Und über 100 Millionen Dollar, deren Spur im Dunkeln liegt. Ein verzweifelter Anruf reißt Amaka Mbadiwe aus ihrem neuen Leben in London: Ein Pastor wurde ermordet, ihre Freundin Funke nackt und verängstigt am Tatort gefunden. Zurück in Lagos stößt …
Hannah Deitch: Killer Potential, Ullstein/List
Evie Gordon gibt der Tochter einer reichen Familie in Beverly Hills Nachhilfestunden. Bis sie eines Tages die Eltern tot im Garten findet: Mr Victor ertränkt im Pool, seine Ehefrau mit einem Stein erschlagen. Als Evie die Polizei alarmieren will, ruft eine Stimme aus dem Haus um Hilfe. In einer Kammer unter der Treppe findet Evie eine Frau – gefesselt, verletzt und dehydriert. Sie befreit die Unbekannte, doch als die Tochter der Victors …
Miriam Davoudvandi: Das können wir uns nicht leisten, Btb
»Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten.« Um Jungs machte sie lange einen Bogen, denn Miriam Davoudvandi wusste, jeder Typ muss irgendwann ihre Wohnung …
Jonas Engelmann (Hg.): Angriff aufs Schlaraffenland, Ventil Verlag
»Anarchy in the UK« oder »Boredom«? »Computerstaat« oder »Nazis raus«? »Bored Teenagers« (The Adverts) oder doch »Angriff aufs Schlaraffenland« (Die Radierer)? Genau solche Fragen stellen sich über 200 Musiker:innen, Fanzine-Schreiber:innen, Autor:innen und Journalist:innen, Punks, Ex- und Anti-Punks. Sie blicken auf 50 Jahre Punk zurück und begeben sich auf die Suche nach ihrem persönlich wichtigsten Song: Welches Lied hat mich zu Punk …
Richard Schuberth: Vom Antisemitismus, der keiner sein will, Edition Tiamat
Immer wieder knöpft sich der Wiener Dichter und Gesellschaftskritiker Richard Schuberth identitätspolitische Diskursmoden vor. Deren israelfeindliche Exzesse seit dem 7. Oktober 2023 führten ihn zu den psychologischen und historischen Wurzeln des israelbezogenen Antisemitismus und der Frage nach der Scheidelinie zwischen berechtigter Antisemitismusdiagnose und Diffamierung. In Form des literarischen Essays, der Analyse mit Witz und …
Regina Schidel: 'Behinderung' und Gesellschaft, suhrkamp
Menschen mit »Behinderungen« sind in unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt und werden oft nicht als vollwertige Personen anerkannt. Ihre Diskriminierung – Ableismus – unterläuft das Gleichheitsversprechen liberaler Demokratien. Obwohl diese Stigmatisierung strukturelle Ähnlichkeiten zu Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus aufweist, erfährt sie gegenwärtig viel weniger Aufmerksamkeit. Regina Schidel schließt mit ihrem Buch diese Lücke, …
Jessica Mawuena Lawson: Kekeli, Verbrecher Verlag
Kekeli lebt in einer Kleinstadt in Süddeutschland. Ihr Leben verläuft gleichförmig und angepasst, bis ihre undurchschaubare Cousine Afi aus Togo zu Besuch kommt und Kekeli sich plötzlich mit vielen Fragen der Zugehörigkeit konfrontiert sieht. Zudem wird sie von ihrem Mitschüler Kwame eingeladen, gemeinsam für die »Pamoja Society«, einer Gruppe von kreativen, afro-deutschen Jugendlichen, bei einem Doku-Film über das Leben Schwarzer Menschen in …
Nele Jongeling: Ich will nicht arbeiten, Reprodukt
Edith ist seit dem Abschluss ihres Studiums auf Jobsuche, doch eigentlich will sie gar nicht arbeiten. In der Hoffnung, trotzdem eine passende Stelle zu finden, nimmt sie am "Projekt Traumjob" teil – einer neuen Fernsehsendung, organisiert vom Bundesbüro für Beruf. Dort bekommt sie die Chance auf den perfekten Job, muss sich allerdings gemeinsam mit ihren Mitbewerber:innen einigen Challenges stellen… Mit hintergründigem Witz und klarer …
Madita Schwenke: Drifting, Reprodukt
Als Annie in eine Wohngemeinschaft zieht, wird ihr schnell klar, dass einer ihrer neuen Mitbewohner:innen eine seltsame Angewohnheit hat, die für allerlei Konflikte sorgt. Er entzieht sich Auseinandersetzungen, indem er einfach aus dem Fenster steigt und in den Himmel schwebt. Als die Situation sich zuspitzt, beschließt Annie, der Sache auf den Grund zu gehen – und sich damit ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen. Mit ihrem Debüt bei …
Lea Ypi: Aufrecht, suhrkamp
Als Lea Ypi im Internet ein ihr unbekanntes Foto entdeckt, das ihre Großeltern 1941 beim Après-Ski in den italienischen Alpen zeigt, fragt sie sich, was sie wirklich über ihre Familie weiß. Warum hat ihre geliebte Großmutter Leman, genannt Nini, Französisch gesprochen, wenn sie doch in Saloniki aufgewachsen war, als Enkelin eines Würdenträgers? Was hatte sie bewogen, als junge Frau Griechenland zu verlassen und auf eigene Faust nach Tirana zu …
Marko Dinic: Buch der Gesichter, Zsolnay
Belgrad 1942: Der Tag, an dem das okkupierte Serbien für »judenfrei« erklärt wird, ist der Tag, an dem Isak Ras seinen vielleicht letzten Streifzug durch die Stadt wagt. Er ist auf der Suche nach den Überresten seiner verschütteten Vergangenheit: Was ist vor 21 Jahren geschehen, als Isaks Mutter spurlos verschwand? Hatten die Anarchisten Rosa und Milan damit zu tun? Oder die mysteriösen Doppelgänger, die in der Stadt herumliefen? Acht Kapitel, …
Tupoka Ogette: Trotzdem zuhause, Penguin Verlag
Tupoka Ogette schreibt von der Suche nach Zugehörigkeit, vom Leben im Widerspruch, im Dazwischen. Sie erzählt vom Aufwachsen als Schwarzes Kind in der DDR, von Flucht, Verlust, Sexismus und Gewalt – aber auch von Liebe, Mutterschaft, Resilienz und Selbstermächtigung. Von Freundschaften, die sie schließt, und solchen, die sie verliert. Vom Neuanfang in der BRD. Und davon, die Ruhe im Sturm zu finden. »Selten liest man Texte, die mit so offenem, …
Torrey Peters: Stag Dance, Ullstein
Vier Texte verschmelzen zu einer Coming-of-Age-Geschichte, einer Geschichte des Ausprobierens: Jungs in einem Internat erleben, wie sich ihr geheimes Begehren in Grausamkeit und Verrat verkehrt, trans* Menschen planen nichts weniger als die Übernahme der Weltherrschaft, Holzfäller feiern vergnügt ein ausgelassenes Fest im Wald, bis ein Teil der Männer als Frauen auftritt, und ein Crossdresser steht an einem Partywochenende in Las Vegas …
Alison Bechdel: Spent, Harper Collins
From her pygmy goat farm in Vermont, a cartoonist named Alison Bechdel wonders: Can she pull humanity out of its death spiral by writing a scathing memoir about her own greed and privilege? But how can she just sit around writing a book when the world is hanging on a thread? In this hilariously skewering comic novel, Alison is existentially pained by a climate-challenged world and a country on the brink of civil war. Her first graphic memoir …
Mads Ananda Lodahl: Sauna, Albino Verlag/Salzgeber
Johan will sich als Tresenkraft in Kopenhagens schwulem Saunaclub „Adonis“ zu einem Leben abseits gängiger Sexualitäts- und Beziehungsnormen inspirieren lassen. Bei einer Nachtschicht verliebt er sich in William. Der ist nicht nur bildschön, sondern verkörpert auch das revolutionäre Potenzial, nach dem Johan sucht. Denn William ist trans. Als er deswegen im „Adonis“ Hausverbot bekommt, wandelt sich der Club für Johan vom Inspirationsquell zum …
Kaśka Bryla: Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich, Residenz Verlag
Der Sommer 2020 ist heiß und schön, und doch herrschen überall Angst und Verunsicherung – auch auf dem Wagenplatz, wo die Autorin wohnt und mit einem schweren Krankheitsverlauf kämpft. Kraft geben ihr die inneren Gespräche mit dem Vater, der als Mitglied der polnischen Untergrundarmee im Gulag interniert war. Seine Widerständigkeit hat sie geprägt. Ihr eigener Kampf um ein selbstbestimmtes Leben als queere Frau ist ähnlich und doch ganz …