buchhandlung drift

Do 26.09.19 19:00 Leipzig, Cineding: Es geisslert - ein Abend zu Christian Geissler

(...) aber einer gesessen im
baum aber einer gesehn den
schattenfuchs aber einer
notiert den fliehenden greis
mit der regenhaut

(ludwig lugmeier)

2008 verstarb der Autor, Filmemacher, Kommunist und Ehemann Christian Geissler. Als sich stets bekennendem Kommunisten ist sein Werk geprägt von den Auseinandersetzungen einer radikalen BRD-Linken der 70er, 80er und 90er Jahre. Dabei steht die Frage nach dem Umgang mit Gewalt, sowohl erfahrener als selbst praktizierter, im Mittelpunkt der Arbeit. Notwendigerweise sucht Christian Geissler gleichzeitig immer wieder nach ästhetischen Lösungsansätzen und Aus- und Umwegen wider einer unhaltbaren gesellschaftlichen Verfasstheit letztlich nach Formen kommunistischer Trauerarbeit.
Nach einer kurzen Einführung zu Person und Werk Geissler gibt es eine szenische Lesung aus "kamalatta" und die Radioarbeit "Die Distanz war gegeben".

"kamalatta" ist neuverlegt beim Verbrecher Verlag erschienen:
www.verbrecherverlag.de/book/detail/948

in Kooperation mit der Christian-Geissler-Gesellschaft
christian-geissler.net

Eintritt frei - Spende erwünscht und gerne gesehen!

Do. 10.10.19 20:00 Leipzig, Cineding: Comiclesung

Am 10. Oktober 2019 um 20 Uhr im Cineding Leipzig laden „The Millionaires Club“ und die Buchhandlung Drift ein zur Buchvorstellung von Sascha Hommers utopischer Graphic Novel „Spinnenwald“.
Die Lesung wird unterstützt durch Beiträge von Anna Haifisch, Max Baitinger und dem Kollektiv „SQUASH“ bestehend aus Lina Ehrentraut, Franz Impler, Malwine Stauss und Eva Graebeldinger.
Als Warm-Up für das nächste Zinefest „The Millionaires Club“ gibt es Bücher, Zines und Getränke.

Der Eintritt erfolgt - wie immer - gegen Spende

Mi. 27.11.19 20:00 Leipzig, tba: Testcard #26: Utopien - mit Veronika Kracher und Jonas Engelmann

Dass es leichter sei, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus, wird zu einer Gewissheit, die kaum noch skandalös ist: So what? Wenn es stimmt, dass die Utopien verschwunden sind, wie steht es dann – im und als Pop – um: Revolution, Zeit, Raum, Erinnerung, Erfahrung, Hoffnung, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Geschichte, Fortschritt, Dynamik, Möglichkeit/Wirklichkeit …? War Pop nicht der Soundtrack einer besseren Welt, die Ode an die Freiheit des realen Humanismus?

Popgeschichte ist auch die Geschichte unzähliger Utopien, gelebter und gewünschter Entwürfe einer anderen, einer besseren Welt, die von Freedom und Happiness und Love bestimmt sein soll. Der Pop selbst beanspruchte schließlich, eine Utopie zu sein, ein verwirklichter Traum vom guten Leben. Allerdings ist Pop in all seiner Vielfalt immer auch das Gegenteil von Utopie gewesen: die auf die private Nische reduzierte Idylle, in der jede und jeder sich irgendwie durchwurschtelt, das bescheidene Glück des Augenblicks (im Konzert, im Kino, im Konsum) oder das ins Unterhaltungsformat gebrachte Schreckensszenario, die Katastrophe als Entertainment, die Dystopie. Pop ist eben nicht nur Nicht-Ort, nowhere, sondern ein now here, Jetzt-Hier.

https://www.testcard.de/