Regina Schidel: 'Behinderung' und Gesellschaft, suhrkamp

Menschen mit »Behinderungen« sind in unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt und werden oft nicht als vollwertige Personen anerkannt. Ihre Diskriminierung – Ableismus – unterläuft das Gleichheitsversprechen liberaler Demokratien. Obwohl diese Stigmatisierung strukturelle Ähnlichkeiten zu Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus aufweist, erfährt sie gegenwärtig viel weniger Aufmerksamkeit. Regina Schidel schließt mit ihrem Buch diese Lücke, indem sie Ableismus aus philosophischer und sozialtheoretischer Perspektive analysiert, und zwar exemplarisch am Fall von Menschen mit kognitiven Einschränkungen/geistiger »Behinderung«. Sie zeichnet Ursprünge ableistischen Denkens in der philosophischen Tradition nach und entwickelt Möglichkeiten, diese zu überwinden.

»Um das Anliegen der Inklusion philosophisch voranzutreiben, wird ein bunter Strauß an Theorietraditionen mobilisiert: Kritische Theorie Frankfurter Provenienz, gegenwärtige feministische Theorien, die um Aspekte wechselseitiger Sorge und menschlicher Vulnerabilität kreisen, und Standpunkttheorien, die die Kontextgebundenheit und Partikularität allen Wissens einklagen, werden daraufhin befragt, ob und inwiefern sie dem Ziel eines radikal inklusiv gedachten Universalismus dienen können.« (FAZ)