Jonas Engelmann (Hg.): Angriff aufs Schlaraffenland, Ventil Verlag

»Anarchy in the UK« oder »Boredom«? »Computerstaat« oder »Nazis raus«? »Bored Teenagers« (The Adverts) oder doch »Angriff aufs Schlaraffenland« (Die Radierer)?

Genau solche Fragen stellen sich über 200 Musi­ker:innen, Fanzine-­Schreiber:innen, Autor:innen und Journa­list:innen, Punks, Ex- und Anti-Punks. Sie blicken auf 50 Jahre Punk zurück und begeben sich auf die Suche nach ihrem persönlich wichtigsten Song: Welches Lied hat mich zu Punk gebracht, welches verkörpert Punk für mich am deutlichsten? »California über alles« oder »I Wanna Be Sedated«? Vielleicht »Herrenreiter«, oder »Für immer Punk«?
Die beiden Anthologien »Bored Teenagers« und »Angriff aufs Schlaraffenland« geben darauf über 400 unterschiedliche Antworten – mit einer einzigen Gemeinsamkeit: Punk ist für die Autor:innen auch nach einem halben Jahrhundert noch immer kein beliebiges Musikgenre unter vielen. Die einen schauen mit melancholischem Blick zurück auf die eigene Jugend, für die anderen ist Punk noch sehr lebendig. Die Musik ist in den versammelten Texten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Punk funktioniert als musikalischer Aufruhr, Bruch und Antrieb. Er kommt als Hausbesetzung, DIY-Label und Fanzine-Mailorder daher, kann Theorie sein oder Praxis, Einführung in Feminismus, Anarchismus und kritische Theorie, Kunst und Anti-Kunst, tot und noch immer lebendig. Nur eines ist er nie: langweilig.
Während »Angriff aufs Schlaraffenland« sich der deutschsprachigen Punkgeschichte widmet, blickt »Bored Teenagers« auf die zentralen Songs einer globalen Punkgeschichte.

»Das Buch ist eine Verbeugung vor der ­enormen, kreativen Kraft von Punk, der seit 50 Jahren mit der Energie einer sehr lauten Dampfwalze spießige Traditionen überrollt. Ok. Stopp! Alte spießige Metapher. Obwohl: alte, spießige ­Dampf­walzen gibt es immer noch. Mich ja auch. Deshalb: Fröhlicher ­Widerstand oder wütende Kampfansage … ich liebe die Texte der musik­begeisterten Autor:innen, die erzählen, was sie an heutigen und gestrigen Punkhymnen fasziniert.« (Annette Benjamin)